
Milchsäuren drehen sich nicht
Hast du schon von rechtsdrehender und linksdrehender Milchsäure gehört? Hier kannst du lesen, was es damit auf sich hat.
Milchsäure
Milchsäurebakterien machen aus Milch Sauermilchprodukte wie Joghurt, Dickmilch oder Buttermilch. Sie bilden aus Milchzucker Milchsäure und die Säure bewirkt, dass die Milch gerinnt.
Milchsäure gibt es als linksdrehende und rechtsdrehende Form – was aber nicht bedeutet, dass sie sich selbst drehen. Die Bezeichnung kommt von der Methode, wie sie im Labor unterschieden werden. Sie werden mit polarisiertem Licht bestrahlt: Die rechtsdrehende L(+)-Milchsäure dreht das Licht dabei nach rechts, die linksdrehende D(-)-Milchsäure nach links. Ursache dafür ist ein kleiner Unterschied in der räumlichen Anordnung einer der Molekülgruppen.
Wann welche Milchsäure entsteht
Welche Form im Joghurt gebildet wird, hängt von den zugesetzten Bakterienkulturen ab: Streptococcus- und Bifidobakterien bilden überwiegend rechtsdrehende Milchsäure, Lactobacillus produziert größtenteils die linksdrehende Form.
Welche ist besser?
Im Körper wird die linksdrehende Milchsäure langsamer verwertet, weil sie zunächst in die rechtsdrehende Form umgewandelt werden muss. Früher wurde behauptet, dass sie deshalb zu einer Übersäuerung des Blutes führen könnte. Das stimmt aber nicht. Nur Säuglinge im 1. Lebensjahr sollen keine Sauermilchprodukte bekommen, da ihr unausgereifter Stoffwechsel sie noch nicht verwerten kann. Für dich spielt das keine Rolle. Du kannst einfach den Joghurt kaufen, der dir am besten schmeckt.
Übrigens: Eine Kennzeichnung „mit L(+) Milchsäure“ besagt nur, dass auch die rechtsdrehende Form enthalten ist. Wie groß der Anteil linksdrehender Milchsäure ist, wird nicht verraten.
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

