Warum Aromastoffe? 
Schon das Urprodukte Wasser wird immer häufiger mit Aromazusatz verkauft: Wasser mit Lemon-, Cassis- (schwarze Johannisbeere), Apfel- oder Orangenaroma, all diese scheinbar gesunden „Fruchtwässer“ finden wir in unseren Supermarktregalen.
Aromastoffe verleihen unseren Getränken und Speisen Geschmack und Geruch. Es gibt verschiedene Gründe, die für einen Zusatz von Aromastoffen in Lebensmitteln sprechen.
Bei der Lebensmittelherstellung können Aromastoffe verloren gehen (beispielsweise durch starke Hitze) und dieser Verlust wird ausgeglichen.
Ein weiterer Grund ist, dass Aromastoffe den Geschmack von Lebensmitteln verstärken. Beispielsweise kalorienarme Diätprodukte, die sonst fade schmecken würden, erhalten einen intensiveren Geschmack.
Hersteller können Aromastoffe aber auch dazu verwenden, frische Zutaten zu sparen. Ein geringer Fruchtsaftgehalt wird zum Beispiel durch Zugabe von Aromen ausgeglichen.
Aromastoffen unterscheidet man in künstliche, natürliche und naturidentische.
Was ist da der Unterschied?
Die natürlichen Aromen stammen aus tierischen oder pflanzlichen Rohstoffen oder werden durch Enzyme, Hefen oder Bakterien mikrobiologisch hergestellt. Das Vanillearoma kann also aus der Vanilleschote stammen, aber auch aus anderen natürlichen Rohstoffen oder Bakterien (siehe auch „Sägespäne im Erdbeerjoghurt").
Die naturidentischen Aromastoffe werden chemisch hergestellt. Sie sind mit den natürlichen Aromen in ihrer Struktur und Wirkungsweise absolut identisch.
Weitere sind die künstlichen Aromastoffe. Diese kommen nicht in der Natur vor und gelten deshalb als Zusatzstoffe. Sie dürfen nur in Lebensmitteln zugesetzt werden, wenn sie als nicht gesundheitsschädigend geprüft worden sind. Doch künstliche Aromastoffe werden in Lebensmitteln kaum zugesetzt, sondern kommen beispielsweise häufig in Kosmetik vor. Derzeit sind 18 künstliche Aromastoffe zugelassen, zum Beispiel das nach Vanille schmeckende Äthylvanillin.
Beispiele für künstlich aromatisierte Lebensmittel können Puddings oder Speiseeis sein.
15-20% der Lebensmittel, die wir täglich essen, sind aromatisiert. Der Anteil variiert von Person zu Person, abhängig von der Verzehrmenge an verarbeiteten Nahrungsmitteln. Wenn Aromastoffe in einem Lebensmittel enthalten sind, muss dies auf der Verpackung des Produktes vermerkt sein. Vorgeschrieben ist aber nur die Angabe „Aroma“, nicht um welche Art von Aroma es sich handelt.
Sind Aromastoffe wichtig?
Die Industrie hat zwar ihre Gründe, doch bei vielen Lebensmitteln ist eine Aromatisierung unnötig. Sie kann sogar unerwünschte „Nebenwirkungen“ haben, denn wenn viele Aromastoffe in einem Lebensmittel enthalten sind, verhalten sich diese wie Salz und Gewürze, und regen unseren Appetit an.
Deshalb empfehlen wir euch, beim Einkaufen auf einen Aromazusatz in Lebensmitteln zu achten. Gerade Getränke sind all zu oft aromatisiert. Trinkt lieber Saftschorle aus Fruchtsäften mit 100% Fruchtgehalt!
Schlussendlich schmeckt ein frisch gepresster Orangensaft viel besser als ein Zuckerwasser mit Orangenaroma.
Von Alina Bergmann und Daniela Madzarevic/ Hedwig-Dohn-Schule- EG 12/2
Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

