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Gesundheit & Hygiene
  • 29.01.2015

Allergenkennzeichnung in Kitas und Schulmensen - Allergiker können künftig sorgenfrei mitessen!

Kantine_essen_T.Janitz

Mit der seit 13.12.2014 in Kraft getretenen EU Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung wird die Kennzeichnung von Allergenen deutlich verbessert. Nun müssen auch Mittagessen und alle Speisenangebote in Schulmensen und Kitas gekennzeichnet werden. Was bedeutet dies für die Schulmensen, Kitas und Caterer?

Viele Einrichtungen stehen vor ganz neuen Herausforderungen, insbesondere da die Details zur Allergenkennzeichnung in Deutschland noch nicht abschließend geklärt sind. Bislang gibt es nur eine vorläufige Umsetzungsverordnung (VorlLMIEV vom 28.11.2014), die neben der schriftlichen auch eine mündliche Information ermöglicht. Wer allerdings nun denkt, das sei so viel einfacher, täuscht sich. Der Aufwand im Vorfeld bleibt gleich, denn auch der mündlichen Information muss die schriftliche Dokumentation  zugrunde liegen.
Längst haben nicht alle Schulmensen, Kitas oder Caterer mit der Umsetzung der Allergenkennzeichnung begonnen, es besteht noch einiger Informationsbedarf.

Wer selbst in seiner Einrichtung kocht oder zukocht, sollte grundsätzlich beachten:

  • Informieren Sie sich über die 14 kennzeichnungspflichtigen Allergene und Lebensmittelbestandteile (www.DGE-BW.de ). Bitte beachten: Für die Kennzeichnung von Gluten muss die Getreidesorte einzeln benannt sein. Das Gleiche gilt für die Schalenfrüchte, hier unbedingt die jeweiligen Nussarten benennen!
  • Erfassen Sie Ihre Rezepturen, von der Salatsoße bis zum Dessert.
  • Erfassen Sie die verwendeten Lebensmittel bezogen auf die Hersteller: nicht jede „Gemüsebrühe“ enthält die gleichen Zutaten. Bei geändertem Einkauf/Lieferung muss das berücksichtigt werden!

Wie kann man kennzeichnen?

  • Der Kunde muss vor Kaufabschluss (wichtig bei Vorbestellungen!) und vor Abgabe von Lebensmitteln davon Kenntnis nehmen können. Entweder
  • auf einem Schild auf dem Lebensmittel oder in der Nähe des Lebensmittels ode
  • bei der Abgabe von Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung auf Speise- und Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen (z.B. Fußnoten)
  • durch einen Aushang in der Verkaufsstätte oder
  • durch sonstige schriftliche oder vom Lebensmittelunternehmer bereitgestellte elektronische Medien (Intra-/Internet), die unmittelbar und leicht zugänglich sind.

Hier finden Sie Unterstützung: Die Vernetzungsstelle Kita-und Schulverpflegung Baden-Württemberg  informiert und berät landesweit zu allen Fragen rund um die aktuelle Allergenkennzeichnung.

Detaillierte Informationen unter finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Baden Württemberg e.V.

Übrigens: Pädagogisches Kochen, Wohltätigkeitsveranstaltungen oder sporadisch stattfindende Vereinsfeste sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Informationen hierzu finden Sie hier.

Weitere Informationen:

EU-Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) Nr. 1169/2011 (http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Kennzeichnung/VO_EU_1169_2011_Lebensmittelinformation_nurAmtsblatt.pdf?__blob=publicationFile)

Vorläufige Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung – VorlLMIEV: Download unter DGE-BW abrufbar oder unter: http://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2014/0501-0600/566-14.pdf?__blob=publicationFile&v=1)

 

Autorin: Tina Janitz, Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Baden-Württemberg

Bild: Eduard-Spranger-Gymnasium, Filderstadt-Bernhausen


RS 01/15

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