Service-Navigation

Suchfunktion

Säuglinge
  • 30.06.2017

Babybrei – kaufen oder selbst kochen?

S. Fellmeth

Die Vielfalt der im Handel angebotenen Babybreie verunsichert junge Eltern. Was ist wirklich notwendig und auf was muss man beim Kauf achten? Babybreie kann man auch leicht selbst zubereiten, wenn einige Regeln beachtet werden.

Die Vielfalt der im Handel angebotenen Babybreie verunsichert junge Eltern. Was ist wirklich notwendig und auf was muss man beim Kauf achten? Babybreie kann man auch leicht selbst zubereiten, wenn einige Regeln beachtet werden.

Babykost im ersten Lebensjahr ist nur aus wenigen Zutaten zusammengesetzt. Deshalb ist sie auch für Ungeübte leicht herzustellen. Bei der Auswahl von fertigen Gläschen und Breien orientieren Sie sich am besten an den Grundrezepten fürs Selberkochen und bevorzugen Produkte mit einer kurzen Zutatenliste.

So gelingt die Babyküche

Mit frischen Zutaten, wenig Zeitaufwand und sehr kostengünstig können Eltern für ihre Kleinen selbst kochen. Ganz nach den Vorlieben der Familie lassen sich die Zutaten auswählen und das Kind lernt den Geschmack frischer Lebensmittel kennen. Oft macht Selbstgekochtes den Übergang zur Familienkost einfacher.

Tipp: Machen Sie einen Geschmacksvergleich! Probieren Sie einen gekauften und einen selbst zubereiteten Möhrenbrei.

Tipps zum Selberkochen

Kaufen Sie erntefrisches Gemüse oder Obst aus der Region, das gerade Saison hat. Dann ist es am aromatischsten und enthält die meisten Nährstoffe. Verarbeiten Sie die Lebensmittel möglichst frisch. Eine Alternativ sind Tiefkühlprodukte ohne weitere Zutaten, z.B. gefrorener Brokkoli ohne Würzmischung.Schonen Sie bei der Zubereitung die Nährstoffe. Waschen Sie Obst oder Gemüse kurz in kaltem Wasser und schneiden es erst danach klein. Kochen Sie mit wenig Wasser und bei niedriger Hitze. Je kürzer die Zubereitungszeit desto mehr Nährstoffe bleiben erhalten. Frisch Gekochtes wird entweder sofort verzehrt oder schnell abgekühlt und dann für höchstens einen Tag im Kühlschrank aufbewahrt. Reste dürfen für das Baby kein zweites Mal aufgewärmt werden. Für d en Vorrat können Sie größere Mengen kochen und portionsweise einfrieren. Bei -18 °C hält Brei sich etwa 2-3 Monate. Am besten direkt von der Mahlzeit auftauen.

Die Grundrezepte für Babybreie finden Sie hier.

Fertigprodukte gut auswählen

Industriell hergestellte Breie sind besonders praktisch für unterwegs, an hektischen Tagen oder zur Ergänzung von Selbstgekochtem. Auch wenn Sie ausschließlich fertige Beikost füttern, können Sie Ihr Kind gut ernähren. Nehmen Sie sich Zeit beim Einkauf aus der riesigen Vielfalt.

Checkliste für den Einkauf

In der Zutatenliste steht alles, was im Gläschen enthalten ist. Die Hauptzutat ist als erstes genannt, danach folgen die übrigen Zutaten in absteigender Menge.

Ohne Salz:
Salz, Gewürze oder Kräuter braucht Ihr Kind noch nicht.

Ohne Zucker oder Aromen:
Wählen Sie gezielt ungesüßte, nicht aromatisierte Produkte aus. Auch Sirup, Dicksaft oder Honig sollte nicht enthalten sein. Ihr Kind kann dann die natürliche Süße der Lebensmittel kennen lernen.
Tipp:
Auch Produkte mit der Aufschrift „ohne Kristallzucker“ können Zucker in anderer Form enthalten. Zum Beispiel Glukose (Traubenzucker) oder Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker) oder Maltose (Malzzucker).

Altersangabe:
Gläschen mit der Kennzeichnung „nach dem 4. Monat“ schmecken auch den größeren Babys. Diese Produkte enthalten meist weniger Zutaten als diejenigen mit höherer Altersangabe auf dem Etikett.

Trockenprodukte für Brei:
Reine Getreideflocken, die Sie mit frischen Zutaten ergänzen können, sind am besten. Auch hier sind Aromen oder Zucker überflüssig.

Öl:
Achten Sie auf die Fettangabe in der Nährstofftabelle. Sind weniger als 5 Gramm je 100 g Brei enthalten, geben Sie 1 Teelöffel Rapsöl dazu. Das gilt für fast alle Getreide-Obst-Breie und Mittagsmenüs.

Milch & Co.:
Mittagsmenüs und Getreide-Obst-Gläschen sollten ohne Milchprodukte wie Sahne, Joghurt oder Quark zubereitet sein. Das Kalzium aus der Milch hemmt die Eisenaufnahme.

Gemüse:
Bevorzugen Sie einzelne Gemüsearten statt Gemüsemischungen, damit Ihr Kind den Geschmack kennen lernen kann.

Autorin: Sigrid Fellmeth, Dipl.oec.troph., BeKi-Referentin



Quellen:
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Von Anfang an mit Spaß dabei - Essen und Trinken im ersten Lebensjahr, 2017

Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie: Handlungsempfehlungen "Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen"


Wo 06/17

Fußleiste