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  • 23.02.2017

Ein Lebensmittelvorrat für alle Fälle

Die Bevorratung von Lebensmitteln scheint in einem Land, das von Überfluss und ständiger Verfügbarkeit geprägt ist, nicht nötig zu sein. Doch schon extreme Witterungsbedingungen können das Versorgungsnetz vorübergehend lahmlegen und Menschen von der Lebensmittelversorgung abschneiden. In solchen Fällen ist es wichtig, über einen persönlichen Notvorrat zu verfügen.

Persönlicher Notvorrat

Die Bundesregierung rät in dem 2016 überarbeiteten Notfallplan (Konzeption zivile Verteidigung, ZKV) zu einem individuellen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für einen Zeitraum von zehn Tagen. Dieser hilft nicht nur bei Versorgungsengpässen, zum Beispiel bei tagelangem Stromausfall, einem Zusammenbruch des weltweiten Datennetzes oder eines anderen unerwarteten Ereignisses, sondern ist auch im Alltag nützlich. Eine stressige Woche, in der man nicht zum Einkaufen kommt oder ein unerwarteter Besuch können so entspannt bewältigt werden. Zudem spart Vorratshaltung Zeit und Geld und macht unabhängig von Ladenöffnungszeiten.

Ein Notvorrat ist auf die Bedürfnisse des individuellen Haushalts abzustimmen:
Die Lebensmittel werden abhängig von den Essgewohnheiten, geschmacklichen Vorlieben und diätetischen Bedürfnisse (z.B. von Säuglingen, Diabetikern) der Familienmitglieder gekauft. Für die Vorratshaltung bieten sich Lebensmittel an, die unbegrenzt oder längerfristig haltbar sind. Diese sollten kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt werden. Besonders eignen sich Lebensmittel, die ohne Kühlung länger gelagert sowie kalt gegessen werden können.
Damit der Notvorrat eine praktische Reserve bleibt, sollten regelmäßig Produkte entnommen und neue nachgekauft werden. Ein Vorratsplan empfiehlt sich, um Verderb zu vermeiden und den Überblick über die gelagerten Esswaren zu behalten. Neben Lebensmitteln kann bei einem Notfall eine alternative Kochmöglichkeit notwendig sein. Campinggaskocher u.ä. machen unabhängig von der Stromversorgung und gewähren die Zubereitung einer warmen Mahlzeit.

Getränke – Wasser ist (über-) lebensnotwendig

Der Mensch kann drei Wochen lang ohne Nahrung, jedoch nur vier Tage ohne Flüssigkeit überleben. Ist die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt, sollte ein ausreichender Getränkevorrat vorhanden sein. Für Erwachsene gilt als Faustregel eine Trinkmenge von anderthalb Liter Wasser, ein Kind benötigt ca. einen Liter pro Tag. Über diesen Bedarf hinaus ist Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln wie z.B. Kartoffeln, Teigwaren oder Reis notwendig. Deshalb sollte ein Zwei-Wochenvorrat für eine Person 28 Liter Getränke beinhalten.

Lebensmittel im Notvorrat

Der Gesamtenergiebedarf eines erwachsenen Menschen beträgt ca. 2200 kcal. Mit einem geeigneten Nahrungsmittelvorrat kann dieser auch in einer Notsituation durch Frischprodukte, Trockenvorräte, Konserven, Fertiggerichte und Tiefkühlware gedeckt werden. Tiefgekühlte Produkte zählen zwar zum Notvorrat, sind aber bei Stromausfall nur bedingt geeignet. Aufgetaute Lebensmittel müssen gegebenenfalls rasch verbraucht werden und sollten nicht wieder eingefroren werden.

Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln sind lange haltbar und eignen sich sehr gut für die Ernährungsvorsorge. Am längsten halten sich mittelfrühe bis späte Kartoffelsorten, die mit Papier oder Säcken abgedeckt sind und nicht in einer Folienverpackung oder neben Äpfeln gelagert werden. Bei der Brotauswahl empfehlen sich u.a. abgepacktes Vollkornbrot, Knäckebrot, Zwieback und Dosenbrot. Selbstgebackenes Brot im Glas ist ideal für die Vorratshaltung.

Für den Notvorrat geeignet ist selbst haltbar gemachtes Gemüse sowie Konserven, Trocken- und Instantprodukte. Darüber hinaus sollte Obst in ausreichenden Mengen gelagert werden. Besonders geeignet ist lagerfähiges Frischobst wie Äpfel und Birnen, Trockenfrüchte (z.B. Äpfel, Pflaumen, Birnen) sowie Obstkonserven und Marmelade. Frisches Gemüse ist schnell verderblich und von kurzer Lagerdauer. .

Im Notvorrat sollten auch Milch und Milchprodukte, Fischkonserven, Fleisch (Konserven, Dauerwurst, geräucherter Schinken) und Eier bzw. Volleipulver sowie Fette und Öle nicht fehlen. Nach Belieben können sonstige Lebensmittel wie beispielsweise Zucker, Honig, Schokolade, Kekse, Instantbrühe oder Mehl den Notvorrat ergänzen.

Beispiel für einen 14-tägigen Grundvorrat für eine Person

Lebensmittelgruppe Menge
Getränke 28l
Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln                 4,9 kg
Gemüse, Hülsenfrüchte 5,6 kg
Obst, Nüsse 3,6 kg
Milch, Milchprodukte 3,7 kg
Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver 2,1 kg
Fette, Öle 0,5 kg
Sonstiges nach Belieben

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Ratgeber_Brosch.html?nn=4250686


Nähere Informationen, eine detaillierte Vorratstabelle für einen 14-tägigen Grundvorrat und einen Vorratskalkulator für die Berechnung des individuellen Familienbedarfs finden Sie unter www.ernaehrungsvorsorge.de



Quellen:

http://www.ernaehrung-bw.info/pb/,Lde/Startseite/Zwischen+Hektik+und+Genuss/Arbeitsmaterialien, Zugriff am 21.12.2016

https://www.bwl.admin.ch/bwl/de/home/themen/notvorrat.html , Zugriff am 21.12.2016

https://www.ernaehrungsvorsorge.de/ , Zugriff am 21.12.2016

http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Checkliste_Ratgeber.pdf?__blob=publicationFile , Zugriff am 21.12.2016

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/konzeption-zivile-verteidigung.pdf?__blob=publicationFile , Zugriff am 21.12.2016

https://www.aid.de/inhalt/haltbarmachen-von-lebensmitteln-1345.html , Zugriff am 21.12.2016

https://feuerwehr-stuttgart.de/files/brosch_re_notfallvorsorge.pdf , Zugriff am 21.12.2016



Autorin: Berit Merten

Bildautorin: Axel Huerta


Bo 02/17

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