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Gesundheit & Hygiene
  • 07.01.2016

Richtig essen und trinken in der Schwangerschaft

Foto: Ulrike Goldbach

In der Schwangerschaft ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig, um Mutter und das ungeborene Kind optimal mit Nährstoffen und Energie zu versorgen. Viele Frauen sind beunruhigt, ob sie alles richtig machen. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Kann ich mich in der Schwangerschaft vegetarisch oder sogar vegan ernähren?

Frauen können auch in der Schwangerschaft auf Fleisch verzichten, wenn sie Lebensmittel bewusst auswählen und Milchprodukte sowie Eier essen. Da Fleisch eine gute Quelle für Eisen ist, sollten Vegetarierinnen in der Schwangerschaft auf ihre Eisenversorgung achten und reichlich Vollkornprodukte in Kombination mit Obst und Gemüse in ihren Speiseplan einplanen. Mit einer rein pflanzlichen, also veganen Kost ist eine ausreichende Nährstoffversorgung auch bei einer sorgfältigen Lebensmittelauswahl nicht möglich. Es besteht die Gefahr von schweren Mangelerscheinungen beim Kind. Veganerinnen sollten in jedem Fall mit ihrem Frauenarzt sprechen.

Muss ich in der Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Das Baby im Bauch holt sich von der Mutter alles, was es für seine Entwicklung braucht. Bei den meisten Nährstoffen lässt sich der Bedarf ohne Probleme durch ausgewogenes Essen und Trinken decken. Ausnahmen sind Folsäure und Jod, eventuell Eisen.

Der Körper benötigt Folsäure für Zellteilung und Wachstum. Ein Mangel kann daher zu ernsthaften Komplikationen führen. Fachleute empfehlen Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren in den ersten zwölf Wochen täglich 400 Mikrogramm Folsäure als Präparat einzunehmen. Eine folsäurereiche Kost mit reichlich grünem Gemüse, Vollkornprodukten und Obst trägt zusätzlich zu einer guten Versorgung mit diesem Vitamin bei. Auch bei Jod ist es nicht möglich, den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft allein über die Ernährung zu decken. Daher wird Schwangeren geraten, täglich Tabletten mit 100-150 Mikrogramm Jod einzunehmen. Für eine optimale Jodzufuhr sind jodiertes Speisesalz und täglich drei Portionen Milchprodukte und zwei Portionen Meeresfisch in der Woche empfehlenswert. Eine ausreichende Versorgung mit Eisen kann ebenfalls in der Schwangerschaft kritisch sein. Dieser Mineralstoff ist unter anderem in Fleisch, Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthalten. Eine Nahrungsergänzung ist nur notwendig, wenn nachweislich ein Mangel besteht.

Darf es ab und zu ein Gläschen Sekt sein?

Alkohol sollte in der Schwangerschaft ein Tabu sein, denn das Baby trinkt mit. Gesundheitliche Schäden wie Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen sind dann nicht auszuschließen. Selbst das gelegentliche Glas Sekt birgt ein Risiko. Die Alkoholkonzentration im Blut des Ungeborenen steigt schnell an und nimmt viel langsamer ab, da die Leber noch nicht voll entwickelt ist.

Wie viel Kaffee ist in der Schwangerschaft erlaubt?

Schwangere können täglich bis zu drei Tassen Kaffee genießen. Allerdings müssen auch andere koffeinhaltige Getränke wie Grüner und Schwarzer Tee, Kakao und Cola in dieser maximalen Koffeinmenge von 300 mg berücksichtigt werden. Eine Tasse Tee enthält beispielsweise 50 mg Koffein, eine Cola bis zu 40 mg. Koffein kann die Plazenta frei passieren, sodass die Konzentration im Blut des Fetus genauso hoch ist wie bei der Mutter. Auch beim Baby erhöht Koffein den Herzschlag und aktiviert das Nervensystem.

Ernährungstipps für Schwangere:

  • Grundsätzlich brauchen Sie sich in der Schwangerschaft nicht anders zu ernähren als sonst. Ideal ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. „Essen für Zwei“ ist nicht angesagt, vielmehr geht es darum bewusster und nährstoffreicher zu essen.
  • Kombinieren Sie ballaststoff- und kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Gemüse, Salat, Obst und Vollkornprodukte mit eiweißhaltigen Lebensmitteln wie fettarmen Milchprodukten, magerem Fleisch und fettreichem Fisch. Das lässt den Blutzuckerspiegel nur langsam steigen und beugt einem Schwangerschaftsdiabetes vor. Meiden Sie zuckerreiche Getränke und essen Sie nur wenig Süßigkeiten.
  • Gegen morgendliche Übelkeit hilft ein Zwieback und ein Glas fettarme Milch oder Ingwertee vor dem Aufstehen.
  • Heißhungeranfälle lassen sich vermeiden, indem Sie mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten essen. Geeignet ist ein Stück Obst oder Rohkost, ein Joghurt oder eine Scheibe Knäckebrot.
  • Eine ballaststoffreiche Kost, reichlich Flüssigkeit und ausreichend Bewegung beugen Verstopfung in der Schwangerschaft vor.

 

Wichtig: Schwangere sollten auf Rohmilchprodukte verzichten, da sie Krankheitserreger wie Listerien enthalten können.



Autorin: Dr. Claudia Müller

Eh 01/2016


Quellen:

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