Service-Navigation

Suchfunktion

Säuglinge
  • 03.11.2016

Säuglingsnahrung sicher zubereiten

Foto: Dagmar Heckmann

Babys und kleine Kinder reagieren besonders empfindlich auf krankmachende Keime, da Verdauungstrakt und Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift sind. Es ist deshalb besonders wichtig bei der Zubereitung von Flaschennahrung und Beikost hygienisch zu arbeiten, um die Gesundheit Ihres Kindes zu schützen. Die häufigsten Fragen junger Eltern beantworten wir Ihnen hier:

Was muss ich generell beachten?

Vor der Zubereitung von Flaschennahrung oder Beikost bitte gründlich die Hände waschen.
Nutzen Sie bei der Geschirrspülmaschine Programme mit mindestens 65°C. Programme mit verminderter Temperatur sind nicht geeignet.
Bereiten Sie Säuglingsnahrung separat zu. Vermeiden Sie den Kontakt mit anderen rohen oder erdbehafteten Lebensmitteln.
Probieren Sie nicht am Löffel Ihres Kindes oder an der Flasche, denn dadurch könnten Sie Kariesbakterien übertragen.

Wie bereite ich Säuglingsmilchnahrung zu?

Bereiten Sie jedes Fläschchen frisch zu.
Für die Portionierung des Milchpulvers verwenden Sie den der Packung beiliegenden Messlöffel und dosieren nach der Anweisung des Herstellers. Verschließen Sie angebrochene Beutel sorgfältig, damit das Pulver nicht feucht wird.
Die Säuglingsnahrung bereiten Sie mit abgekochtem und wieder auf ca. 40 °C abgekühltem Wasser zu. Darin löst sich das Milchpulver gut auf und Sie vermeiden Verbrühungen bei Ihrem Baby durch zu heiße Flüssigkeit.
Milchreste in der Flasche müssen weggeschüttet werden.

Kann ich Trinkwasser aus der Leitung verwenden oder brauche ich spezielles Babywasser?

In Deutschland ist Trinkwasser von guter Qualität. Sie können es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwenden. Lassen Sie das Wasser ablaufen, bis es sich spürbar kühl anfühlt. Das ist besonders morgens wichtig, um das sogenannte „Stagnationswasser“, das heißt das Wasser, das über Nacht in den Rohren war, zu vermeiden
Zusätzliche Wasserfilter sind nicht notwendig. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät davon ab.

Nicht geeignet sind Wasser aus Bleileitungen, aus unkontrollierten Hausbrunnen oder Warmwasserboilern. Auch Wasser mit einem erhöhten Nitrat-, Nitrit- oder Urangehalt oder mit zweifelhafter Qualität (z.B. bei Urlaubsaufenthalten im Ausland) sollte nicht für Säuglingsnahrung verwendet werden. Fragen Sie das Wasserwerk nach den Werten Ihrer Region. Wenn nötig, greifen Sie auf ein für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignetes Wasser zurück. Das ist auf der Verpackung gekennzeichnet.

Wie reinige ich Saugflaschen?

Flasche und Sauger nach Gebrauch sofort gründlich reinigen, damit keine Nahrungsreste antrocknen. Die Reinigung kann mit heißem Wasser, Geschirrspülmittel und Flaschenbürste und klarem Nachspülen oder in der Geschirrspülmaschine bei Temperaturen über 65 °C geschehen.
Gereinigte Flaschen mit der Öffnung nach unten auf ein sauberes Küchentuch stellen und abdecken.
Kochen Sie Gummisauger gelegentlich aus oder tauschen Sie diese regelmäßig gegen neue, da diese schneller porös werden als Silikonsauger.

Kann ich Flaschennahrung für die Nacht oder unterwegs vorbereiten und warmhalten?

Nein, denn die Warmhaltezeiten fördert die Keimvermehrung. Hygienisch einwandfrei ist folgende Vorbereitung: Geben Sie die benötigte Menge Milchpulver in eine saubere, trockene Säuglingsflasche und das benötigte abgekochte Wasser in eine Thermoskanne, die Sie nur für diesen Zweck verwenden. Restliches Wasser aus der Thermoskanne weggießen.

Was ist bei der Zubereitung von selbstgekochten Breien zu beachten?

Verwenden Sie frische Lebensmittel guter Qualität und achten Sie auf die Einhaltung der Kühlkette, wenn Sie Fleisch oder Fisch für die Zubereitung von Brei einkaufen.
Gemüse und Kartoffeln (ohne grüne Stellen und Keime) vor der Zubereitung gründlich waschen, schälen und wenn nötig erneut waschen. Erst kurz vor der Zubereitung zerkleinern und sofort weiter verarbeiten.
Hackfleisch und Fleisch, das Sie selbst zu Hackfleisch zerkleinert haben, am selben Tag weiterverarbeiten. Alle zum Breikochen verwendeten Küchenutensilien müssen sauber gespült sein.

Kann ich Babybrei auf Vorrat kochen?

Ja, bei Breien aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Fisch ist Vorkochen und Einfrieren eine Zeit- und Arbeitsersparnis. Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Fisch werden sofort nach dem Kochen püriert, schnell heruntergekühlt und dann portionsweise in lebensmittelgeeigneten Gefrierbehältern oder –beuteln eingefroren. Flache Behältnisse sind empfehlenswert, da diese schneller durchfrieren und der Inhalt schneller wieder erwärmt werden kann.
Auch einzelne Breikomponenten wie Gemüse-, Obst- oder Fleischpüree können eingefroren werden, am besten in Eiswürfelbehälter mit Deckel, da die benötigte Menge portionsgerecht entnommen werden kann.
Notieren Sie auf der Verpackung den Inhalt und das Einfrierdatum. Bei minus 18 °C gelagert ist Brei ca. zwei Monaten haltbar.

Erwärmt wird der noch tiefgefrorene Brei im Wasserbad oder in der Mikrowelle: Lassen Sie den Brei nicht über Nacht auftauen.
Bitte mischen Sie den Brei nach dem Erwärmen gut durch, geben dann Öl und Saft dazu und prüfen Sie die Temperatur vor dem Füttern.
Beachten Sie, dass Geschirr aus Melaminharz nicht in der Mikrowelle erhitzen werden darf, nutzen Sie hier besser Porzellan.
Einmal aufgetauter Brei darf nicht erneut eingefroren werden.

Wie lange ist Brei haltbar?

Selbstgekochter Brei ist nur einen Tag haltbar. Geben Sie den Brei nach dem Kochen in Gefäße mit Deckel und lagern Sie diese im kältesten Bereich Ihres Kühlschranks.
Wenn Sie Brei aus Gläschen füttern und Ihr Kind noch nicht den gesamten Inhalt isst, nehmen Sie die benötigte Menge mit einem sauberen Löffel aus dem Glas und erwärmen nur diese Menge. Den Rest des Gläschens bewahren Sie nach Packungsangaben des Herstellers im Kühlschrank auf. Haben Sie ein Gläschen ganz erwärmt, darf das Baby den Rest später nicht mehr essen

Quellen:

Autorin: Dagmar Heckmann
Bildautorin: Dagmar Heckmann

Bo 09/2016

Fußleiste