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veganes Gericht
  • 29.11.2017

Vegane Ernährung - immer beliebter

Immer mehr Menschen meiden nicht nur Fleisch, Wurst und Fisch, sondern streichen alle tierischen Lebensmittel von ihrem Speiseplan. Eine Lebensweise, die früher häufig Hohn und Spott erntete, hat sich zum Trend entwickelt.

Warum vegan leben?

Viele Veganer sind überzeugte Tierschützer, lehnen aus moralischen oder ethischen Gründen jegliche tierische Lebensmittel ab und ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten. Auch Honig und Gebrauchsartikel tierischer Herkunft, wie Leder, sind tabu, genauso wie Kosmetika, die mittels Tierversuche hergestellt wurden. Grundsätzlich essen und leben Veganer bewusster. Sie konsumieren im Durchschnitt weniger Genussmittel, wie Alkohol und Zigaretten und achten besonders auf ihre Gesundheit. Als weitere Gründe für diese Ernährungsform nennen Veganer die Welthunger- und Klimaproblematik, die mit der hohen Produktion tierischer Produkte einhergehen. Denn ihrer Ansicht nach schadet der steigende Ressourcenverbrauch Mensch und Natur gleichermaßen.

Nährstoffversorgung im Blick haben

Eine dauerhafte vegane Kost muss richtig praktiziert werden. Ansonsten besteht ein hohes Risiko für einen Mangel an Calcium, Eisen, Zink, Jod, Vitamin D, B2 und B12. Für Säuglinge und Kinder sowie Schwangere und stillende Frauen ist die vegane Ernährung ungeeignet. Hier ist nach Meinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine ausreichende Nährstoffversorgung nicht gewährleistet. Schwierig für alle ist die Vitamin-B12-Zufuhr, denn dieses Vitamin kommt in relevanten Mengen nur in tierischen Lebensmitteln vor. Eine adäquate Aufnahme kann nur über angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel sichergestellt werden. Regelmäßige Blutuntersuchungen helfen, die Versorgung mit kritischen Nährstoffen zu kontrollieren.

Tipps für eine vegane Ernährung

Wer sich vegan ernährt, muss seinen Speiseplan sorgfältig zusammenstellen. Hier die wichtigsten Empfehlungen für Veganer:

  • Calciumreiches Mineralwasser auswählen.
  • Reichlich Gemüse - mindestens drei Portionen pro Tag - essen. Besonders günstig sind dunkelgrüne Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl oder Spinat.
  • Täglich zwei Portionen Obst verzehren: Frisches Obst lässt sich durch Trockenfrüchte und Säfte ergänzen.
  • Regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich Hülsenfrüchte einschließlich Sojaprodukte auf den Speiseplan nehmen. Dazu gehören Erbsen, Linsen, Bohnen sowie beispielsweise Sojamilch und Tofu.
  • Eine tägliche Portion Nüsse und Samen sowie pflanzliche Öle dürfen nicht fehlen.
  • Zwei bis drei Mahlzeiten am Tag mit Vollkorngetreide und Kartoffeln zusammenstellen.
  • Vitamin-C-haltiges Obst oder Säfte mit den Mahlzeiten kombinieren.
  • Bewegung am besten an der frischen Luft und dabei viel Sonnenlicht tanken.

Vegane Lebensweise hoch im Kurs

Immer mehr Menschen hinterfragen ihren Konsum kritisch und zeigen die Tendenz zu einer veganen Lebensweise. Der Markt reagiert darauf und so gibt es inzwischen vegane Cafés, Bistros und Restaurants sowie eine Vielzahl veganer Kochbücher und in fast jedem Supermarkt finden sich vegane Produkte. Für Veganer wird dadurch das Leben leichter. Jedoch war die Definition von vegan und vegetarisch im Rahmen der Kennzeichnung der entsprechenden Produkte lange nicht klar geregelt. Das änderte sich im April 2016 als die Verbraucherschutzministerkonferenz die "Definitionen sowie Gründe und Ziele der Definitionen 'vegan' und 'vegetarisch'" beschlossen. Diese legen die Lebensmittelüberwachungsbehörden bei der Beurteilung der Kennzeichnung von Lebensmitteln nun zu Grunde.

Ein Trend, der sich in den Supermarktregalen zeigt, sind Fleischersatzprodukte und Produkte, die Milchprodukte ersetzten sollen. Häufig werden sie von den Herstellern analog zu den Fleischwaren und Milchprodukten benannt, deren Geschmack imitiert werden soll. Also z.B. „veganes Schnitzel“ oder „veganer Frischkäse“. Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) diskutiert aktuell darüber, ob dies weiterhin zulässig bleibt oder ob die Bezeichnungen den originalen Fleischwaren oder Milchprodukten vorbehalten sind. Die Ergebnisse werden im sog. „Leitsatz für vegetarische und vegane Produkte“ veröffentlich werden.

Quellen:

Autorin: Dr. Claudia Müller, Bonn, Aktualisierung: Annabel Wolpensinger
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Hil 12/13, aktualisiert Wo 11/17

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