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  • 28.03.2013

Was verbirgt sich hinter den E-Nummern?

Zusatzstoffe_F. Wöhrlin

Bei Zusatzstoffen kann es sich um natürliche oder synthetische Substanzen handeln. In jedem Fall muss die gesundheitliche Unbedenklichkeit nachgewiesen und der Einsatz technologisch notwendig sein. Durch ihren Einsatz darf der Verbraucher nicht getäuscht werden.

Eindeutige Kennzeichnung durch Nummern

Die Kennzeichnung von Zusatzstoffen ist komplex. Hinter insgesamt 316 E-Nummern verbergen sich Zusatzstoffe mit unterschiedlichen Funktionen. Durch E-Nummern werden Lebensmittelzusatzstoffe eindeutig und unverwechselbar gekennzeichnet. Die EU-weit gültigen Code-Nummern sollen die meist langen und unverständlichen Namen der Zusatzstoffe ersetzen. Damit der Verbraucher erkennt, warum dem Nahrungsmittel ein bestimmter Stoff zugesetzt wurde, gilt für verpackte Lebensmittel folgende Kennzeichnungspflicht in der Zutatenliste:

  • Der Klassenname wie z.B. Geliermittel verrät dem Verbraucher den Anwendungsgrund

  • Dann folgt wahlweise der Name des Zusatzstoffes oder die E-Nummer


Beispiel: Hinter dem Namen Traganth oder der E-Nummer 413 versteckt sich ein einfaches Gelier-/Verdickungsmittel, das auch für Bio-Lebensmittel zugelassen ist.

Die Klassifizierung – denn Ordnung ist das halbe Leben

Die Europäische Verordnung unterscheidet 26 verschiedene Zusatzstoffklassen.
Einige Zusatzstoffe können mehreren Klassen zugeordnet werden, da sie unterschiedliche Wirkungen in Lebensmitteln erbringen. Beispielsweise verbirgt sich hinter E 330 die Zitronensäure, welche als Antioxidationsmittel, Säuerungsmittel und Komplexbildner zum Einsatz kommt.
Auf der Zutatenliste muss jeweils der Haupteinsatzgrund angegeben werden.

Warum überhaupt Zusatzstoffe?

Ob Eigelb für die Mayonnaiseherstellung oder Backpulver für den Geburtstagskuchen – jeder greift im Haushalt zu Zutaten, die zum Gelingen der Speise beitragen.
Auch in der Industrie kommen die „Helfer“ zum Einsatz. Es werden zumeist die gleichen Substanzen wie im Haushalt verwendet, jedoch nutzt die Industrie häufig nur Extrakte/Auszüge des Lebensmittels wie das im Eigelb enthaltene Lecithin (E322). Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Geschmacksverstärker, Süßungsmittel und Farbstoffe, um den Genusswert eines Lebensmittels zu erhöhen.

  • Mit Antioxidationsmitteln, Konservierungsstoffen und Überzugsmitteln wird gearbeitet, wenn Lebensmittel haltbar gemacht werden sollen.

  • Soll die Konsistenz eines Lebensmittels beeinflusst werden, kann auf Festigungsmittel, Füllstoffe und Verdickungsmittel zurückgegriffen werden.

  • Für das Erleichtern bzw. Ermöglichen von technologischen Prozessen verwenden die Hersteller beispielsweise Backtriebmittel, Schaumverhüter, Trennmittel und Treibgase.

Zusatzstoffe – die zwei Seiten einer Medaille

Zusatzstoffe werden eingehend geprüft, bevor sie ihre Zulassung erhalten. Trotzdem kann es vereinzelt zu Unverträglichkeiten kommen. In sehr wenigen Fällen können Zusatzstoffe natürlicher Herkunft, wie Johannisbrotkernmehl, echte Allergien – also eine Immunreaktion des Körpers – auslösen. Auch bezüglich der Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Zusatzstoffen gibt es bisher nur wenige Untersuchungen.
Einige Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe sind notwendig, um unsere Lebensmittel haltbar und hygienisch einwandfrei zu machen. Andere wie Farbstoffe oder Geschmacksverstärker sind nicht dringend notwendig und lassen sich durch eine naturbelassene und abwechslungsreiche Kost meiden. Werfen Sie einen Blick auf die Zutatenliste und prüfen Sie die Klassennamen.


Quellen:

Autorin: Milena Häberle
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Hil 03/13

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