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Nachgefragt
  • 04.07.2013

Global oder regional? Woher kommt die Tiefkühlkost?

Tiefkühl- und frisches Gemüse

Tiefgekühlte Speisen stehen für frisch verarbeitete Rohware und nährstoffschonende Haltbarmachung. Sie sind sehr beliebt, denn sie ersparen uns Arbeit und vermeiden Küchenabfälle. Wie erkennt man, woher die verarbeiteten Lebensmittel stammen?

Tiefkühlkost – ein breites Angebot

Tiefkühlkost bezeichnet industriell hergestellte Lebensmittel, die durch Tiefgefrieren haltbar gemacht werden. Die Angebotspalette reicht von küchenfertigen Rohprodukten, wie bereits geputztes Gemüse, bis hin zu Fertiggerichten. Damit zählen tiefgekühlte Lebensmittel zu Convenience-Food. Besonders beliebt sind tiefgekühlte Menus und Backwaren. Gerade im Bereich der Fertiggerichte steigt der Umsatz, während er bei tiefgefrorener Rohware leicht rückläufig ist. Derzeit verwenden immerhin 76% der deutschen Haushalte regelmäßig Tiefkühlprodukte.

Tiefkühlkost macht unabhängig von saisonalen und regionalen Angeboten. So können Verbraucher beispielsweise in der Saison geerntete Himbeeren oder Erdbeeren auch im Winter essen. Bei Tiefkühlkost aus dem Supermarkt hingegen suchen sie oft vergeblich nach Angaben zum Herkunftsland bzw. zu den Erzeugern der Einzelkomponenten.

Kennzeichnung tiefgekühlter Ware – Was verrät die Verpackung?

Nach den EU-Richtlinien für Tiefkühlkost sind die Hersteller verpflichtet, auf der Verpackung Herstelleradresse, Zutaten und Mindesthaltbarkeitsdatum anzugeben, nicht aber die Herkunft der Zutaten. Das Gleiche gilt für Konserven.Darüber hinaus finden sich auf der Verpackung die Hinweise „tiefgefroren“, „tiefgekühlt“, „Tiefkühlkost“ oder „gefrostet“ und die nötige Aufbewahrungstemperatur.Ab dem 13. Dezember 2014 tritt eine neue Regelung in Kraft: Einige tiefgekühlte Lebensmittel, wie Fleisch und unverarbeitete Fischerzeugnisse müssen dann ein Einfrierdatum tragen.

Auf der Suche nach der Herkunft

Es gibt verschiedene mehr oder weniger aufwändige Wege, die Herkunft der tiefgekühlten Lebensmittel herauszufinden. Einige Hersteller bieten einen Telefonservice an. An Hand der Chargennummer kann konkret Auskunft gegeben werden. Auf den ersten Blick erscheint ein Anruf nicht sehr verbraucherfreundlich, aber er liefert für Interessierte ausführliche Informationen.

Seit neuester Zeit bieten die großen Tiefkühl-Produzenten ausführliche Informationen über Internetseiten und sogar Handy-Apps. Über einen bestimmten Code auf dem Produkt finden Sie auf diesen Seiten  genaue Informationen zu sortenreiner Tiefkühlware und zu gemischten Fertigprodukten.

Soll die Kennzeichnungspflicht ausgeweitet werden?

Verbraucher und Verbraucherverbände fordern seit längerem die ausführliche Kennzeichnung mit Herkunftsangabe. Dem haben sich einige Länder-Verbraucherminister angeschlossen. Hauptargument ist, dass selbst bei lose verkäuflicher Ware, wie Salat, die Herkunft deklariert werden muss. Außerdem würde doch mancher Verbraucher – auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit – zur regionalen und saisonalen Frischware greifen, wenn er wüsste, aus welchem Land sein Einkauf kommt und was für einen weiten Weg er hinter sich hat.

Während diese Forderung bei sortenreinen Packungen relativ leicht umgesetzt werden könnte, ist eine Angabe auf der Verpackung bei Fertiggerichten mit vielen Zutaten problematisch. So kommt man z.B. bei Reisfertiggerichten schnell auf über 30 Zutaten, die aus bis zu zwölf Ländern weltweit kommen können. Hier würde eine Deklaration eine äußerst große Fläche auf der Verpackung einnehmen – und damit wäre möglicherweise wirklich „das Informationsbedürfnis des Verbrauchers überschritten“, wie der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde anmerkt.


Quellen: 


Autorin: Dr. Renate Rustemeyer
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Hil 07/13

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