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Getreide & Kartoffeln
  • 03.02.2010

Kurioses rund um die Kartoffel

Kartoffelherz_F. Wöhrlin

Tüfte, Potacke, Bodaggn, Knulle, Grumbeere, Grumbiere, Gromper oder Krumpa, die Kartoffel hat in Deutschland viele Namen. Eigentlich leitet sich der Name Kartoffel von "tartufo" (ital. für Trüffel) ab. Die ersten Kartoffeln waren nur etwa walnussgroß und erinnerten in ihrem Aussehen stark an Trüffel.

Geschichte

Ihre Beliebtheit verdankt die Knolle dem alten Fritz (Friedrich der Große, 1712-1786). Dieser sorgte vehement dafür, dass seine Bevölkerung die Kartoffel anbaut. Dabei scheute er keine Mühen. Er ließ sogar seine Kartoffelfelder vom Heer überwachen, um das Interesse der Leute zu wecken. Dies ist ihm wahrhaftig gelungen. Die Menschen wunderten sich, warum ihr König die Felder bewachen ließ und klauten sich die „wertvolle“ Frucht, um sie auch auf ihrem Acker anpflanzen zu können. Die Garde schaute derweilen weg. Um nun den Absatz zu sichern, mussten die Städter davon überzeugt werden, dass die Kartoffel eine Delikatesse war. Da Fritz wahrhaftig nicht auf den Kopf gefallen war, ließ er sich auf seinen Städtereisen in Mark-Brandenburg und Schlesien öffentlich Kartoffeln servieren. Schon einige Jahre später, im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, war die Kartoffel das Grundnahrungsmittel Nummer eins. Nicht zuletzt dadurch, weil Friedrich der Große im Jahre des Kriegsbeginns die Bauern zum Anbau der Kartoffel verpflichtete. Der alte Fritz hat somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Hungersnöte geleistet. Auch in Irland verdoppelte sich die Bevölkerungszahl durch die Kartoffel innerhalb von 40 Jahren auf gut 8 Millionen Menschen im Jahre 1841.

Verzehr

Im Jahre 1950 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Speisekartoffeln bei 202 kg. Gut ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 2008, waren es nur noch 60 kg. Dies zeigt, dass die Kartoffel heutzutage in der täglichen Ernährung der Menschen keinen so großen Stellenwert mehr besitzt, obwohl sie ein wunderbares und vielseitiges Lebensmittel ist.

Verwendungszweck

Mittlerweile hat die Kartoffel noch andere Zwecke zu erfüllen. An der Arizona State University wurde eine Gen-Kartoffel entwickelt, die den Impfstoff gegen Hepatitis B enthält. Tests an Menschen zeigten bereits Erfolg. Trotzdem werden sie zukünftig wohl kaum eingesetzt, da das Risiko einer Vermischung mit normalen Kartoffeln zu hoch ist. Eigentlich sollte die Impf-Kartoffel eine billige Alternative für ärmere Länder sein.

Übrigens: Wussten Sie, dass es bis in die 60-er Jahre noch Kartoffelferien gab? Jeder, ob groß oder klein, musste bei der Kartoffelernte helfen.

Quellen:

Autorin: Doreen Werner
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Ba 02/10

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