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Milch, Milchprodukte
  • 25.02.2013

Milch-ab-Hof und Vorzugsmilch

Milch holen_F. Wöhrlin

Früher wurde die Milch jeden Abend mit der Milchkanne frisch beim Bauern geholt. Und auch heute noch übt die Milch vom Hof auf viele Verbraucher einen besonderen Reiz aus. Denn frisch vom Hof wird sie nur gefiltert und gekühlt.

Milch-ab-Hof

Rohmilch direkt vom Hof, auch Milch-ab-Hof genannt, ist nicht ganz ungefährlich, da sie Krankheitserreger enthalten kann. Durch die fehlende Wärmebehandlung werden Bakterien wie EHEC, Campylobacter, Salmonellen und Listerien nicht abgetötet und können Infektionen auslösen, die bei Personen mit geschwächtem Imunsystem, Ungeborenen und kleinen Kindern zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können. Daher dürfen landwirtschaftliche Betriebe Rohmilch nur abgeben, wenn sie dem zuständigen Veterinäramt die Abgabe gemeldet haben und den deutlichen Hinweis „Rohmilch vor dem Verzehr abkochen" an der Abgabestelle anbringen. Die Rohmilch darf außerdem nur direkt ab Hof (Tierhaltung) an Verbraucher abgegeben werden. Aufgrund des Infektionsrisikos sollten vor allem Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem keine Rohmilch verzehren. Durch Abkochen werden vorhandene Krankheitserreger abgetötet.

Vorzugsmilch

Eine Alternative für alle Fans der rohen Milch ist die sogenannte Vorzugsmilch. Diese wird wie die "Milch-ab-Hof" nur gefiltert und gekühlt. Der Unterschied:
Vorzugsmilch stellt besondere Ansprüche an die Gewinnung, Lagerung und Beschaffenheit der Milch sowie an den Milcherzeugungsbetrieb. Mit der Abgabe von Vorzugsmilch darf erst nach Erteilung einer behördlichen Genehmigung begonnen werden.
So müssen z. B. die für die Vorzugsmilchgewinnung vorgesehenen Tiere vor der ersten Vorzugsmilchgewinnung auf ihren Gesundheitszustand untersucht werden. Diese Untersuchung wird einmal pro Monat wiederholt. Auch die Milch selbst unterliegt besonderen monatlichen Kontrollen. Weiterhin gelten strenge Anforderungen an die Kühlung: die Milch muss innerhalb von 2 Stunden nach der Gewinnung auf nicht mehr als + 4 °C herunter gekühlt werden und diese Temperatur bis zur Abfüllung halten.Dennoch ist das Vorhandensein der o. g. Krankheitserreger nicht gänzlich auszuschließen. Aus diesem Grund darf in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung keine Vorzugsmilch an die dort verpflegten Personen abgegeben werden. Die "Nicht-Verzehrsempfehlung" für Rohmilch für Schwangere, Kinder und Immungeschwächte gilt gleichermaßen.

Unterschiede zwischen Vorzugsmilch und Milch-ab-Hof

 

VORZUGSMILCH

MILCH-AB-HOF

Voraussetzung für die Abgabe

Genehmigung durch die zuständige Behörde (Veterinäramt)

Anzeige beim jeweils zuständigen Veterinäramt

Abgabeform

Fertigpackung, verschlossene Kannen und ähnliche verschlossene Behältnisse

in der Regel lose,
auch „Eiserne Kuh" in Form von Selbstzapfsystemen möglich

Abgabe an Verbraucher

In und außerhalb der Betriebsstätte (mittel- und unmittelbar), auch an Einzelhandel.

Nur in der Betriebsstätte (unmittelbar)

Verkehrsbezeichnung

Vorzugsmilch

Milch-ab-Hof

Kennzeichnung

Rohmilch – verbrauchen bis ..... – aufbewahren bei höchstens 8°C

Hinweisschild an der Abgabestelle: „Rohmilch vor dem Verzehr abkochen"

Verbrauchs- bzw. Abgabefrist

Maximal 96 Stunden nach dem Melken

Abgabe muss am Tag des Melkens oder ggf. am Folgetag erfolgen

Hinweis: Bauernhöfe sind beliebte Ausflugsziele für Kindergärten und Schulklassen. Damit die Kinder nicht an einer Lebensmittelinfektion erkranken, sollte auf den Verzehr von Rohmilch verzichtet und die Milch vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden.

Quellen:

Autorin: Sarah Bachmann
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Eh 02/13

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