Service-Navigation

Suchfunktion

  • 12.04.2017
verschiedene Obstsäfte

Saft ist nicht gleich Saft

Fruchtsäfte und Fruchtnektar sind in Deutschland so beliebt wie nirgends sonst auf der Welt. Etwa 33 Liter Saft wurden 2016 in Deutschland pro Kopf getrunken. Die Auswahl an Fruchtgetränken ist groß. Nicht nur die Vielfalt an Obstarten und diverse Kombinationen sorgen für eine entsprechende Auswahl, auch Fruchtnektare oder Fruchtsaftgetränke zählen dazu und erweitern das Angebotenorm.

Von der Pflanze in die Flasche

Nach der Ernte werden die Früchte gewaschen, verlesen und dann durch Pressen entsaftet. Je nach Obstzusammensetzung entsteht ein klarer oder trüber Saft. Aus trüben Säften lassen sich durch Zentrifugieren und Filtrieren klare Säfte herstellen.
Nach dem Entsaften erfolgt das Abfüllen als Direktsaft oder der Saft wird konzentriert, die Aromen entzogen und später mit Wasser rückverdünnt. Die Aromen werden dann wieder zugesetzt. Um die Säfte haltbar zu machen, werden sie unmittelbar vor dem Abfüllen kurz auf 80 bis 85 °C erhitzt und sofort wieder abgekühlt.

Saft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk?

Nicht alle Getränke auf Früchtebasis sind gleich. Hinter den Bezeichnungen Saft, Nektar und Fruchtsaftgetränk verstecken sich Getränke, die sich neben einem unterschiedlichen Fruchtgehalt auch durch weitere Faktoren unterscheiden.

unterschiedlicher FruchtgehaltFruchtsaft

Fruchtsaft hat einen Fruchtgehalt von 100 % und wird in zwei verschiedenen Formen angeboten: als Direktsaft oder rückverdünnt aus Konzentrat. Die meisten Säfte werden aus Konzentraten hergestellt, da diese sich aufgrund des geringeren Volumens preisgünstiger lagern und transportieren lassen. Solche Säfte müssen den Hinweis „aus Fruchtsaftkonzentraten“ tragen. Der Fruchtgehalt muss auch hier 100 % betragen, andere Zusätze (Farb- und Konservierungsstoffe) sind unzulässig.

Fruchtnektar

Fruchtnektar wird aus Wasser, Fruchtsaft oder Fruchtmark und Zucker hergestellt. Je nach Fruchtart muss der Fruchtanteil zwischen 25-50 % liegen. Dieser Mindestanteil ist für jede Frucht gesetzlich vorgeschrieben. Der Rest besteht aus Wasser und Zucker. Erlaubt ist eine Zuckerzugabe von bis zu 20 %. Der Fruchtanteil muss auf dem Etikett angegeben werden. Manche Fruchtarten, wie Johannisbeere oder Banane, sind im Handel fast ausschließlich als Nektar erhältlich, da der reine Saft zu sauer oder zu dickflüssig wäre.

Fruchtsaftgetränk

Fruchtsaftgetränke zählen zu den Erfrischungsgetränken. Je nach Fruchtart enthalten sie nur 6-30 % Fruchtsaft. Der Rest besteht aus Trink- oder Mineralwasser, Zucker oder Süßstoff, Aromen und Zusatzstoffen. In der Regel liegt der Zuckeranteil bei etwa 100 g pro Liter. Die Angabe „ohne Konservierungsstoffe“ ist nur dann zulässig, wenn keine Stoffe verwendet worden sind, die dauerhaft oder nur vorübergehend konservierend wirken.

Smoothies im Trend

Besonders beliebt sind Smoothies. Sie stehen den Fruchtsäften zwar sehr nahe, gehören aber nicht zu den Säften. Der Begriff ist rechtlich nicht geschützt. Smoothies bestehen im Wesentlichen aus Obst, oftmals kombiniert mit Direktsaft oder Wasser. Inzwischen gibt es zahlreiche Varianten, zum Beispiel mit Milch oder Joghurt und auch Smoothies aus Gemüse stehen hoch im Kurs.

Selbst frisch gepresst – ein Genuss!

Fruchtsaft lässt sich ganz einfach mit einer Saftpresse selbst herstellen. Unser Tipp: Das Obst zunächst gründlich waschen und abreiben. So lassen sich gegebenenfalls vorhandene Rückstände reduzieren. Dann das Obst, falls notwendig, schälen und pressen. Ein Blättchen Minze oder etwas Ingwer sorgen für ein besonders feines Aroma.

Autor: Dr. Claudia Müller
Bildautor: Friederike Wöhrlin

Quellen:

Bo 04/17

Fußleiste