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Zucker & Süßwaren
  • 26.01.2017

Süß, süßer, Süßstoffe?

Zu viel Zucker schadet auf Dauer den Zähnen und der Figur. Da scheinen Süßstoffe, die so gut wie keine Kalorien liefern, den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen und kein Karies verursachen, die perfekte Alternative zu sein. Doch viele Verbraucher sind durch Schlagzeilen in den Medien verunsichert.

Was sind Süßstoffe?

Süßstoffe sind synthetisch hergestellte oder natürliche Verbindungen mit der vielfachen Süßkraft von Zucker. Sie sind Lebensmittelzusatzstoffe und müssen daher vor ihrer Verwendung auf gesundheitliche Unbedenklichkeit überprüft und amtlich zugelassen werden. Auf den Produkten muss die Kennzeichnung „mit Süßungsmittel(n)“ und in der Zutatenliste der verwendete Süßstoff vermerkt werden. Bei Produkten, die Aspartam enthalten, muss zusätzlich der Hinweis „Enthält eine Phenylalaninquelle“ auf dem Etikett stehen. Diese Information ist wichtig für Personen mit der angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie.

Ihre Vorteile:

  • sie enthalten keine bzw. vernachlässigbar geringe Mengen an Kalorien
  • sie begünstigen nicht die Entstehung von Karies
  • sie sind für Diabetiker geeignet

Zugelassene Süßstoffe - wie süß sind sie?

In der Europäischen Union sind derzeit 11 Süßstoffe zugelassen:

Süßstoff E-Nummer Süßkraft *
Acesulfam-K 950 200
Advantam 969 20.000 - 37.000
Aspartam-Acesulfam-Salz 962 350
Aspartam 951 200
Cyclamat 952 30 - 40
Neohesperidin DC 959 1.000 - 1.800
Neotam 961 7.000 - 13.000
Saccharin 954 300 - 500
Steviolglycoside 960 200 - 300
Sucralose 955 400 - 800
Thaumatin 957 2.000 - 3.000

* im Vergleich zu Haushaltszucker

Quelle: aid infodienst (2014)Wo und wie finden sie Verwendung?

Diese Süßstoffe werden hauptsächlich in Getränken, zuckerfreien Süßwaren, Desserts, Milchprodukten wie Joghurt oder Milchmixgetränke, Konfitüren, Kaugummi und in anderen kalorienreduzierten Lebensmitteln, aber auch in Arzneimitteln eingesetzt. Ähnliche Verwendung haben Zuckeraustauschstoffe. Sie zählen auch zu den Süßungsmitteln, haben allerdings andere Eigenschaften.

Süßstoffe gibt es als Tabletten, Streusüße und in flüssiger Form. Mit den Tabletten werden meist Kaffee und Tee gesüßt, die flüssige Süße eignet sich für kalte Getränke, für Desserts und zum Backen. Streusüße passt aufgrund seiner körnigen Struktur zu Obstsalat, Kuchen und Waffeln. Da Süßstoffe nicht wie Zucker binden und auch nicht sein Volumen haben, sind sie nicht immer der ideale Ersatz, zum Beispiel bei Rühr- oder Bisquitteig.

Die Süßkraft einer Tablette Süßstoff entspricht in der Regel einem Würfel oder einem Teelöffel Zucker. Ein Teelöffel Streusüße ersetzt einen Teelöffel Zucker, hat aber nur 10 Prozent der Energie. Die Süßkraft von Flüssigsüße unterscheidet sich je nach Produkt, wobei ein paar Tropfen etwa so süß sind wie ein Teelöffel Zucker.

Süßstoffe halten bei trockener und kühler Lagerung circa drei Jahre. Eine angebrochene Flasche Flüssigsüßstoff wird am besten in den Kühlschrank gestellt.

Risiko für die Gesundheit?

Die einzelnen Süßstoffe werden bei Verdachtsfällen kontinuierlich auf gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht. Für jeden Süßstoff gibt es einen ADI-Wert (Acceptable Daily Intake). Dieser sagt aus, wie viel von dem jeweiligen Süßstoff ein Leben lang täglich aufgenommen werden kann, ohne dass ein gesundheitliches Risiko besteht. Die Höchstwerte liegen je nach Süßstoff zwischen 2 und 40 mg/kg Körpergewicht, wobei diese bei durchschnittlichen Verzehrsmengen nicht erreicht werden. Wissenschaftliche Beweise für den immer wieder geäußerten Verdacht, das Risiko für Krebs zu erhöhen, gibt es nicht.
Meist wird den Lebensmitteln ein Mix aus verschiedenen Süßstoffen zugesetzt. Durch die Kombination erhöht sich ihre Süßkraft und die verwendete Menge kann reduziert werden. Außerdem verbessert sich dadurch der Geschmack der einzelnen Süßstoffe . Über die Wechselwirkungen der verschiedenen Süßstoffe ist wenig bekannt.

Machen Süßstoffe schlank?

Viele Menschen, die auf ihr Gewicht achten, greifen zu Süßstoff anstelle von Zucker. Wer beispielsweise im Kaffee oder Tee den Zucker durch Süßstoff ersetzt, spart Kalorien. Süßstoffe machen aber nicht automatisch schlank und süßstoffhaltige Lebensmittel haben nicht per se weniger Kalorien. Hier hilft immer der Blick aufs Etikett. Lightprodukte beispielsweise sind durch ihren Fettgehalt nicht zwangsläufig kalorienärmer. Außerdem können vermeintlich kalorienarme Produkte zur Aufnahme von größeren Mengen verleiten, da sie das „schlechte Gewissen“ beruhigen. Immer wieder ist zu lesen, dass Süßstoffe Heißhunger auslösen und in Folge davon mehr gegessen wird. Hierzu gibt es aber keine seriösen Studien, die das belegen.

Tipp: Der Ersatz von Zucker durch Süßstoffe kann Ihnen im Rahmen einer gesunden Ernährung beim Abnehmen helfen. Wie so oft gilt: Alles in Maßen. Durch den häufigen Verzehr sehr süßer Lebensmittel bleibt die Geschmacksschwelle für „süß“ weiterhin hoch.

Süßstoffe für Kinder?

Bei üblichen Verzehrsgewohnheiten besteht auch für Kinder keine gesundheitliche Gefährdung durch Süßstoffe. Produkte mit Süßstoff sind jedoch oft sehr süß, der eigentliche Geschmack des Lebensmittels bleibt auf der Strecke. Kinder werden dadurch an einen süßen Geschmack gewöhnt, ebenso wie durch Produkte mit viel Zucker. Kinder gewöhnen sich besser an leicht gesüßte oder von Natur aus süße Lebensmittel.



Quellen:

Der Brockhaus Ernährung, F.A. Brockhaus, Mannheim 2008

DGE aktuell 08/07: Süßstoffe - süß und sicher

DGE info 4/07: Süßstoffe in der Ernährung

Ernährungsumschau 4/10: Update Süßstoffe - Neues über Nutzen und Risiken

Das beste Essen für Kinder. Empfehlungen für die Ernährung von Kindern, aid 2011

Zucker, Sirupe, Honig, Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe, aid 2014

Autorinnen: Maren Ottliczky, Dr. Claudia Müller
Bildautorin: Friederike Wöhrlin

Bo 01/17



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