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  • 23.07.2015
Chiasamen

Chiasamen – Was zeichnet sie aus?

In den USA, Kanada und Australien sind sie schon länger Bestandteil von Backwaren, in Europa liegen sie gerade stark im Trend: Chiasamen – auch als Superfood, Heilsamen der Maya oder Schlankmacher bezeichnet, werden häufig in der veganen Küche als Ei-Ersatz eingesetzt.

Was sind Chiasamen?

Als Chiasamen werden die Früchte der einjährig wachsenden Chiapflanze (Salvia hispanica) bezeichnet. Chia ist eine Sommerpflanze und stammt aus der Familie der Lippenblütler. Ursprünglich stammt sie aus dem Süden Mexikos und dem Norden Guatemalas und wird heute u. a. in Australien und Südostasien angebaut. In Europa sind die Samen seit 2009 zugelassen und dürfen mit einem Anteil von maximal 10 % in bestimmten Lebensmittelkategorien wie z. B. Backwaren enthalten sein. Im Handel werden die Samen mit dem Kennzeichnungshinweis auf der Verpackung angeboten, dass eine tägliche Aufnahme von 15 g nicht überschritten werden darf. Der Preis pro Kilogramm beträgt 20 – 40 Euro.

Superfood Chiasamen

Rechtlich ist der Begriff „Superfood“ nicht eindeutig definiert, doch im Allgemeinen werden darunter Lebensmittel mit einem erhöhten Nährstoffgehalt verstanden.

Chiasamen besitzen eine Vielzahl ernährungsphysiologisch wertvoller Inhaltsstoffe: Sie sind reich an Ballastoffen, Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen und besitzen ein günstiges Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6- Fettsäuren. Je nach Wachstumsbedingungen und Standort können die Inhaltsstoffe variieren.

Repräsentative Studien zu Gesundheitseffekten fehlen

Gesundheitsfördernde Effekte wie beispielsweise einem verlangsamten Anstieg der Blutzuckerkonzentration im Körper, dem verlängerten Sättigungsgefühl oder der Blutdrucksenkung wurden in Humanstudien untersucht. Die Ergebnisse reichen bislang aber nicht aus, um wissenschaftlich fundierte Aussagen zu treffen.

Das europäische Informationszentrum für Lebensmittel (EUFIC) kritisiert Studienergebnisse zu Superfoods wie Chiasamen, da dort über einen begrenzten Zeitraum unübliche Mengen des Superfoods zugeführt werden.

Die Annahme, dass Chiasamen zur Gewichtabnahme beitragen, kann bisher nicht belegt werden. Chiasamen können ergänzend zu einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung eingesetzt werden, diese aber nicht ersetzen.

Chiasamen lecker in der Küche integriert

Chiasamen müssen, um die Aufnahme der wertvollen Inhaltsstoffe zu gewährleisten, nicht gemahlen werden und können als Ganzes z. B. über das Müsli gestreut werden. Sie besitzen kaum Eigengeschmack.

Chiasamen, Chiamarmelade, Chiapudding und Chiabrot Aufgequollene Chiasamen, sogenanntes Chiagel, kann in der Küche vielseitig eingesetzt werden. Durch die gelbildende Eigenschaft können Chiasamen anstatt Eier als Bindemittel in Backwaren verwendet werden: Dazu wird 1 EL Chiasamen mit 3 EL Wasser vermischt und 10 Min. gequollen. Durch das Quellen vergrößert sichdas Volumen um das neun- bis zwölffache. Neben der Verwendung als Ei-Ersatz eignet sich das Chiagel aufgrund der gelbildenden Eigenschaft für die Zubereitung von Chia-Pudding und Chia-Marmelade. In Salatdressings kann die Hälfte des Fettes durch Chiagel ersetzt werden, was zu einer Senkung der Energiedichte führt.

Gemahlen können sie bis zu 10 % des Mehles ersetzen und bieten dabei vor allem in der glutenfreien Küche den Vorteil, dass dem Teig eine elastische Struktur verliehen wird. Kühl und trocken gelagert, halten sich Chiasamen in der Regel vier bis fünf Jahre ohne Qualitätseinbußen.

Quellen:

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